Nachhaltige Geldanlagen
sind einerseits ganz gewöhnliche Geldanlagen, die unter finanziellen Aspekten wie Rendite, Risiko und Liquidität betrachtet werden können. Im Unterschied zu normalen Geldanlagen spielen aber auch nicht-finanzielle Aspekte für die Anlageentscheidung eine bedeutende Rolle. Dabei wird zwischen ökologischen, sozial-ethischen und kulturellen Geldanlagen entschieden – je nachdem, in welchem Bereich die Finanzmittel investiert werden.
Unser Geld von heute prägt die Welt von morgen Geld regiert die Welt – regieren Sie schon mit? Nachhaltige Anlegerinnen und Anleger nehmen mit ihren Geldanlagen Einfluss darauf, wie diese Welt und die Zukunft unserer Kinder aussehen soll. Sie fördern mit ihren Investments eine gesündere Ernährung, eine zukunftsfähigere Wirtschaft und bessere Sozialstandards – in der eigenen Region, in Deutschland oder in Ländern der zweiten und dritten Welt. Umgekehrt gibt es viele Anleger, die bestimmte Branchen, Unternehmen oder Länder ganz bewusst nicht unterstützen wollen. Wissen Sie was mit Ihrem Geld, welches Sie bei Ihrer Bank angelegt haben, passiert? Wissen Sie, ob Sie in Rüstungsunternehmen, Zwangsarbeit, Gentechnik, … investieren? Viele Menschen haben sich diese Frage bisher noch nicht gestellt.
Transparenz in der Kreditvergabe
Viele Anlegerinnen und Anleger, dass sie keinen Einfluss darauf haben, in welche Bereiche die Bank ihrer Wahl das Ersparte investiert. Das ist ein Irrglaube. In Deutschland und auch in anderen Ländern gibt es seit vielen Jahren nicht nur nachhaltige Geldanlagen, sondern auch mehrere nachhaltige Banken. Diese Banken garantieren ihren Kunden, dass ihr Geld ausschließlich in nachhaltige Projekte investiert wird. Auf der Homepage dieser Banken kann jeder Kunde nachlesen, welche ökologischen, sozialen und ethischen Auswahlkriterien sie dabei berücksichtigen. Nachhaltige Banken sind in Deutschland noch weitgehend unbekannt, haben jedoch seit der Finanzkrise einen regen Kundenzulauf erfahren. Denn auch bei traditionellen Anlegern spricht es sich langsam herum, dass Banken, die transparent und nachhaltig arbeiten, den Kunden auch viel Sicherheit bieten.
Nachhaltige Banken – Konventionelle Banken
Nachhaltige Banken unterscheiden sich vor allem in ihren Anlageschwerpunkten. Während die Umweltbank AG beispielsweise ausschließlich in ökologische Projekte (Windparks, Solarparks und Altbausanierung) investiert, unterstützt die GLS neben ökologischen auch soziale Einrichtungen (z.B. spezielle Fördereinrichtungen für Behinderte) und kulturell wertvolle Projekte (z.B. Bürgertheater). Weitere Informationen zu nachhaltige Banken finden Sie unter der Rubrik „Nachhaltige Banken“.
Für ein nachhaltiges Investment brauchen Sie nicht einmal unbedingt die Bank zu wechseln, da auch immer mehr konventionelle Banken nachhaltige Produkte anbieten. Das Angebot ist meist allerdings noch sehr eingeschränkt. Erkundigen Sie sich einfach bei Ihrer Hausbank nach ihren nachhaltigen Angeboten -- schon damit können Sie positives Zeichen setzen. Je mehr Kunden diese Produktkategorie nachfragen, desto stärker wird sich in Zukunft auch das Angebot der Banken in diese Richtung entwickeln.
Nachhaltige Bankprodukte decken gesamte Bandbreite ab
In ihrer Gesamtheit bieten nachhaltige Banken die gesamte Bandbreite klassischer Bankprodukte in nachhaltiger Form. Zu diesen zählen neben dem Girokonto und dem Sparbuch, Sparbriefen, Fonds und Aktien auch Produkte zur Altersvorsorge sowie Beteiligungen (z.B. an Windparks).
Doppelte Rendite statt Zinsverzicht
Besonders Anleger glauben häufig, dass nachhaltige Finanzprodukte keine marktkonformen Renditen erwirtschaften. Tatsächlich bewegen die Zinssätze dieser Produkte sich nicht immer an der Spitze des Marktes. In der Regel können sie aber mit einer Vielzahl von Wettbewerbern stand halten und diese teilweise sogar deutlich übertreffen. Informieren Sie sich auf der Homepage der jeweiligen Banken. Ein Vergleich lohnt sich häufig.
Nachhaltige Anleger erzielen eine „doppelte Rendite“, da ihr Investment finanzielle Erträge generiert und gleichzeitig für einen „guten Zweck“ arbeitet. Was man genau unter „guten Zweck“ versteht, kann jede Anlegerin und jeder Anleger individuell bestimmen. Natürlich können Sie bei nachhaltigen Produkten, die an den Aktienmarkt gekoppelt sind, wie beispielsweise Fonds und Aktien, ebenso wie auch bei nicht-nachhaltigen Geldanlagen Verluste machen.
Öko „light“
Seriöse Finanzberater und Anleger unterscheiden bei nachhaltigen Finanzprodukten zwischen „hellgrünen“ und „dunkelgrünen“ Anlagen. Während dunkelgrüne Produkte zu 100% in nachhaltige Bereiche investiert sind, ist bei hellgrünen Anlagen meist nur ein gewisser Anteil vorhanden. Dies trifft besonders auf die sogenannten Best-in-Class-Fonds zu.
10.06.2010
GELD mit Sinn! Birte Pampel & Heidi Geisler

