Börsenspiel: „Kurzfristiges Gewinnstreben ist out“
Diese Woche ehrte die Stadtsparkasse München die Gewinner des „Planspiels Börse“ von 2010. Der Wettbewerb wird jährlich von Schulen in ganz Deutschland in Kooperation mit den regionalen Sparkassen durchgeführt und hat seit seinem Bestehen Tausende von Schülerinnen und Schülern dazu bewegt, in die Welt der Aktionärinnen und Aktionäre einzutauchen. Seit 2007 können sie beim Börsenspiel auch in nachhaltige Aktien investieren. GELD mit Sinn! sprach mit dem Team "Börsenzocker" des Ludwigsgymnasiums in München.
Euer Team hat bei der Depotentwicklung und Nachhaltigkeit gewonnen. Wie habt Ihr Euren Sieg gefeiert?
Gefeiert haben wir noch nicht großartig, wir werden aber bestimmt noch zusammen ausgehen. Als das Endergebnis feststand, haben wir uns in der Schule gegenseitig beglückwünscht. (Fabian Berger, 17)
Wie seid Ihr an die Aufgabenstellung herangegangen?
Wir haben uns in Internetforen informiert und die Wirtschaftsteile in der SZ und FAZ etwas genauer als sonst gelesen. Natürlich haben wir auch die Aktienkurse von vielen Unternehmen beobachtet. Uns war recht schnell klar, dass wir früh etwas riskieren müssen, wenn wir ernsthaft mitspielen wollen. (Severin Rodler, 17)
Warum habt Ihr Euch dafür entschieden, in die Automobilbranche zu investieren und das erhöhte Branchenrisiko zu akzeptieren?
Nach der Finanzkrise waren die Aktien von Automobilherstellern günstig zu haben. Unsere Hoffnung, die sich dann zum Glück bewahrheitet hat, war, dass diese Aktien eigentlich nur steigen können. Deswegen haben wir Fiat, Ford, VW und Porsche in unser Depot genommen. Das Risiko war uns anfänglich nicht so wichtig, wir hatten ja nichts zu verlieren. Außerdem waren wir uns der Vielzahl konkurrierender Teams bewusst, deswegen mussten wir ja schnell die Initiative ergreifen. Am Anfang hatten wir einen großen Teil des Anfangskapitals in VW-Aktien investiert. Spätestens nachdem wir Porsche mit aufgenommen hatten, war das Depot ein Selbstläufer. (Carl Riehm, 17)
Welchen Nachhaltigskeitsindex habt Ihr für Eure Aktienauswahl verwendet und warum gerade diesen?
Wir haben am Anfang zunächst nur auf die Depotgesamtwertung geachtet und dabei auch das Symbol für die Nachhaltigkeitswerte entdeckt. Unseren Sieg in der Kategorie mit nachhaltigen Papieren haben wir vor allem den VW-Aktien zu verdanken, die zum Beispiel im Dow Jones Sustainability Index gelistet sind. (Severin Rodler, 17)
Welche Menschen haben Euch während des Börsenspiels am meisten inspiriert und wie?
Unser Dank geht zunächst mal an unseren Wirtschaftslehrer Herrn Berndt, der die Klasse gefragt hatte, ob jemand an dem Spiel teilnehmen möchte. Sonst hätten wir davon vielleicht nichts mitbekommen. Herr Berndt hat uns hin und wieder auch einen kleinen Spieltipp gegeben. Außerdem hat uns immer wieder die Konkurrenz angespornt, neu zu investieren Zwischenzeitlich waren wir drauf und dran, aus den „Top 5“ herauszufallen. (Fabian Berger, 17)
Was waren die wichtigsten Lektionen, die Ihr anderen Börsenspielern weitergeben würdet?
Wenn man vorne mitspielen will, sollte man am Anfang das Risiko nicht scheuen. Denn ob man hinterher auf Platz 1.600 oder 1.800 liegt, ist ja dann sowieso egal. Außerdem sollte man die Aktien nach einem rasanten, schnellen Anstieg lieber auch mal verkaufen, bevor sie wieder "einstürzen". ( Carl Riehm, 17)
Was würdet Ihr an der Börse ändern?
Unser Meinung nach sollte man versuchen, dass die Aktionäre mehr an das Unternehmen denken und nicht nur kurzfristig Kursanstiege oder Dividendenzahlungen. Aber das ist - wie so vieles - wohl schwer durchzusetzen. (Severin Rodler, 17)
PDF - Gewinner Planspiel Börse (103 kb)

