16. Oktober 2011
„Geld und gefühlte Sicherheit“
von Dipl.-Betriebswirtin, Geldcoach und Autorin Nicole Rupp
Nicole Rupp
Geld und gefühlte Sicherheit
www.geldbeziehung.de
Unser Umgang mit Geld ist stets Ausdruck unseres Werteverständnisses und unserer Wertschätzung für das, wofür wir es ausgeben oder investieren. Wir geben Geld und bekommen dafür einen Gegenwert, z.B. einen Tisch, ein Auto oder auch eine Aktie. Doch „Geld“ ist weit mehr als nur ein Tauschmittel oder eine Geldanlage und bei den meisten Menschen hochgradig emotional besetzt. Was sich auch im Umgang mit Geld zeigt.
Wenn jemand bei einer Geldanlage z.B. Ängste hat, dann fühlt er sich – gleich wie gut die Anlage an sich auch ist – damit nicht sicher. Im schlimmsten Falle bringt er sich mit seiner Angst dem befürchteten Ergebnis allenfalls näher. Mit Ängsten werden Entscheidungen nicht mehr überlegt und souverän getroffen, sondern unsicher, hadernd oder auch überstürzt. Der angstgetriebene Aktienanleger verkauft z.B. seine Aktien vorschnell aufgrund irgendwelcher Spekulationen oder beim ersten kurzfristigen Einbruch. Er realisiert u.a. nur dadurch den Verlust, den er befürchtet hat. Und kauft und verkauft zum gerade ungünstigsten Zeitpunkt. „Angst ist ein schlechter Ratgeber“ wie schon der Volksmund weiß.
Umgekehrt handelt ein Mensch, der von seiner Geldanlage überzeugt ist und sich damit wohl fühlt, wesentlich überlegter und gelassener. D.h. auch wenn die Kurse wackeln oder fallen, ist dies kein Grund für eine vorschnelles unüberlegtes Handeln.
Was genau trägt nun dazu bei, dass sich ein Mensch mit einer Geldanlage wohl fühlt?
Aus meiner Sicht und Erfahrung spielt dabei das Einbeziehen des persönlichen Werteverständnisses eines Menschen eine entscheidende Rolle. Wenn er sein Geld so investiert, wie es seinen Idealen entspricht, dann ist die Identifikation mit der Geldanlage wesentlich höher und das Wohlgefühl steigt entsprechend. Im Idealfall macht es Freude, genau diese Anlageentscheidung getroffen und sein Geld in genau diese Sache investiert zu haben und daran beteiligt zu sein. Ob das eigene Geld also auch im Sinne der eigenen Werte wächst spielt für immer mehr Menschen berechtigter Weise eine Rolle. Geld darf und will wieder mit „Sinn“ erfüllt werden.
Ganz entscheidend bzw. DIE Voraussetzung, um sich mit einer Anlage wohl und sicher zu fühlen ist, daß die Anlage auch wirklich verstanden wird. Und das ist ein größerer Knackpunkt als man zunächst denkt. Besonders Frauen trauen sich nicht nochmal, nochmal und nochmal nachzufragen, bis sie es wirklich verstanden haben. Es ist ihnen peinlich nachzufragen. Sie möchten nicht weniger intelligent erscheinen als sie sind und denken dabei selbst vorschnell, dass es an ihnen liegt, wenn sie etwas nicht verstehen. Dabei sind oft einfach die Berater zu sehr in ihrer Materie und ihrem Fachjargon, dass es ihnen nicht auffällt, dass ihre Erklärungen für einen Laien nur schwer verständlich sind. Manchmal sind es tatsächlich auch die Produkte, die derart komplex sind, dass man sie auf Anhieb nicht versteht. Oder die Anlagen passen in keiner Weise zu den eigenen Interessensgebieten, so dass man sie im Grunde nicht verstehen kann oder will. Als Geldtrainerin und ehemalige Finanzberaterin kann ich jedoch nur sagen: eine Anlage macht nur dann Sinn, wenn man sie versteht. Solange man sie nicht so verstanden hat, dass man sie selbst einem 9-jährigen Kind erklären könnte, dann ist es noch nicht die passende Zeit für die Anlage oder auch einfach nicht die richtige Anlage.
Was Frauen brauchen ist nicht mehr Geld-Finanz- oder Fachwissen, denn sie haben alles, was sie wissen müssen, um für sich selbst eine zu ihren Werten, Überzeugungen und Interessen passende Anlage zu finden. Ein guter Berater steht beratend zur Verfügung, empfiehlt entsprechend ausgewählte gute Produkte und beantwortet jede nur denkbare Frage. Was Frauen also vor allem brauchen ist: mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit Geld, den Mut nachzufragen und eine positive Einstellung zu Geld und zur Geldanlage, so dass sie weder von Ängsten, Schamgefühlen oder Ähnlichem geleitet werden oder sich mit unnötigen Gedanken wie „davon versteh ich ja doch nichts“ begrenzen: sondern mit Freude und Überzeugung ihr Geld anlegen und vermehren.
Und mit „wachsendem“ Geld steht mehr Geld zur Verfügung für all das, was wir schätzen, uns wertvoll und uns wichtig ist.
In diesem Sinne: viel Freude, Sinn und (Selbst)Sicherheit beim Geldanlegen!
©Nicole Rupp

