DNB Asset Management S.A:
Nachhaltige Fonds aus Norwegen
Norwegen ist ein Land, das aufgrund seiner hohen Sozialstandards, seiner Rolle als Exporteur von Öko-Strom und einer vom Euro unabhängigen Währung bei vielen nachhaltig orientierten Anlegerinnen und Anlegern Sympathien weckt. Die DNB Asset Management S.A ist mit einem verwalteten Vermögen von ca. 60 Milliarden Euro eine führende Vermögensverwaltung Norwegens. Sämtliche Fonds des Anbieters werden nach einem strengen Nachhaltigkeitsansatz aufgelegt und gemanagt. Ein Gespräch mit Mike Judith, Vice President bei DNB Asset Management S.A, über Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien.
Schöne, lebenswerte Städte: In und um München, ja überall in Deutschland wurde dieses Jahr intensiv darüber diskutiert, wie wir uns die „grüne Wende“ in unseren Metropolen vorstellen. Als der Münchner Klimaherbst das UN-Dekadethema „Stadt“ als Motto aufgriff, waren die Gründerinnen der Initiative GELD mit Sinn e.V. sich schnell einig, dass sie den Münchnerinnen und Münchnern die Gretchen-Frage stellen wollten: Wie finanzieren wir die Stadt unserer Träume? Gemeinsam mit der Umwelt-Akademie e.V. veranstaltete die Initiative am 12.10.2011 in der Seidl-Villa einen Vortragsabend, auf dem über Bürger-Investments als Treiber einer nachhaltigen Stadtentwicklung diskutiert wurde.
Welche großen Zukunftsthemen sehen Sie?
Judith: Zu den großen Anlagethemen zählen für uns die Regionen Asien und Skandinavien sowie die Branchen Energie und Technologie. Die skandinavischen Aktienmärkte übertreffen die globalen Märkte seit Jahrzehnten und bieten ein stabiles Umfeld für zukünftige Outperformance. Die kleinen nordischen Volkswirtschaften unterhalten sehr gute Außenhandelsbeziehungen zu den Wachstumslokomotiven in den Emerging Markets. Die Branchen Energie und Technologie sind die globalen Zukunftsthemen schlechthin.
Der Markt für nachhaltig verwaltete Finanzprodukte wird weiter wachsen. Die regionalen Unterschiede bei den anwendbaren Kriterien oder den nachgefragten themenbasierten Fonds werden für einige Zeit bestehen bleiben. Dabei üben zukünftig Pensionskassen und andere institutionelle Investoren als langfristig orientierte Anleger den größten Einfluss auf die Entwicklung des nachhaltigen Finanzmarkts aus. Initiativen wie die UN PRI (United Nations Principles of Responsible Investment) und erhöhter Druck seitens der Medien, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Initiativen wie Geld mit Sinn e.V. werden dies noch verstärken. Wir glauben außerdem, dass Vermögensverwalter in Zukunft noch ein stärkeres Augenmerk auf die aktive Einflussnahme auf die Unternehmensführung richten werden und müssen. Wir stehen im Dialog mit Unternehmen und kooperieren im Einzelfall auch mit anderen Asset Managern, um unseren Anträgen mehr Gewicht zu verleihen.
Auf welche Ausschlusskritierien legen Ihre Anlegerinnen und Anleger am Meisten Wert?
Judith: Unsere Anlegerinnen und Anleger wissen es zu schätzen, dass wir unsere Ausschlusskriterien schwarz auf weiß definiert haben. Für sie ist es wichtig, dass bestimmte Industrien nicht nur kategorisch von Investments ausgeschlossen werden, sondern dies für sie auch einfach nachvollziehbar und nachprüfbar ist. Massenvernichtungswaffen, aber auch Tabak und Pornografie sind für uns beispielsweise nicht investierbar und in den Portfolios nicht zu finden. Die Werte, in die wir investiert sind, haben wir aus Transparenzgründen auf unserer Webseite veröffentlicht. Um die Umsetzung dieses Ansatzes für sozial-verantwortliches Investieren kümmern sich unsere SRI-Analysten, so dass die Portfolio Manager ein reduziertes Anlageuniversum vorfinden und sich voll und ganz auf die Vermögensverwaltung kümmern können. Das ist wichtig, denn auch die nachhaltig orientierten Anlegerinnen und Anleger freuen sich über eine gute Wertentwicklung.
Viele Aktien von Erneuerbare-Energie-Unternehmen stecken nach wie vor im Tief. Wie ist dies aus Ihrer Sicht zu erklären und wie wird sich diese Asset-Klasse weiterentwickeln?
Judith: Ich bin überzeugt, dass den Erneuerbaren Energien die Zukunft gehört. Neben weitsichtigen Investoren erkennen dies inzwischen auch die Regierungen und Verbraucher vieler Länder. Schlüsselfaktoren in diesem Bereich sind definitiv Energiespeicherung sowie Stromnetzoptimierung. Nur effizientes Speichern und eine intelligentes Verteilen von Solar- oder Windenergie gewährleisten einen optimalen Einsatz Erneuerbarer Energien. Für den Anlageerfolg in diesem Segment ist entscheidend, jene Unternehmen zu identifizieren, die einerseits Preismacht besitzen und denen andererseits bei Überkapazitäten weniger hohe Gewinneinbußen drohen. Langfristig sehen wir also enormes Potenzial für selektive Aktien im Erneuerbaren-Universum.
Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit in der DNB Gruppe?
Judith: Das Kerngeschäft von DNB Asset Management S.A besteht in der Vermögensverwaltung für institutionelle Investoren und Privatkunden. Wir verwalten zirka 60 Milliarden Euro . Ecksteine unserer Unternehmensphilosophie sind lokale Präsenz und Marktnähe der Investmentspezialisten sowie das sozial verantwortliche Investieren. Wir sind auch Mitglied des Dow Jones Sustainability World Index (DJSI World). Das bedeutet, dass unser Haus nach einem Prüfverfahren in Sachen Nachhaltigkeit zu den weltweit führenden 10 Prozent unserer Branche gezählt wird. Alle DNB-Fonds werden nach ethischen, sozialen und ökologischen Kriterien verwaltet. Damit können Anlegerinnen und Anleger sicher sein, dass die Gesamtheit der von uns verwalteten Assets, ungeachtet der jeweiligen Region und Branche, gemäß der Kriterien sozialer Verantwortlichkeit investiert.
Wie stellen Sie die Nachhaltigkeit Ihrer grünen Fonds sicher?
Judith: Unsere SRI-Analysten screenen das Anlage-Universum und nutzen dabei auch die Expertise externer Anbieter. Wir befinden uns demzufolge ebenso im Dialog mit spezialisierten SRI-Dienstleistern wie mit externen Brokerhäusern, anderen Vermögensverwaltern, den Vereinten Nationen, Investorengruppen und Nichtregierungsorganisationen, um unser Screeningverfahren zu optimieren. Wird ein Unternehmen identifiziert, das ein Ausschlusskriterium erfüllt, weil es beispielsweise Tabakprodukte herstellt, lagert oder vertreibt, wird dieses entfernt und als nicht investierbar gekennzeichnet. Nur in Grenzfällen berät ein Ethischer Rat über das weitere Vorgehen. Dies könnte der Fall sein, wenn wir uns beispielsweise bei vereinzelten Verstößen eines Unternehmens gegen Mitarbeiterrechte mehr von einem aktiven Engagement als vom bloßen Ausschluss versprechen würden. Wenn der Dialog aufgenommen und Besserung erreicht werden kann, ist dies im Sinne aller Beteiligten zu begrüßen und einem Ausschluss vorzuziehen.
Birte Pampel, GELD mit Sinn e.V.

