Berlin, 4. August 2011
Altersvorsorge: Mehr als finanzielle Absicherung
Anleger wollen auch in Bildung und Gesundheit investieren
Altersvorsorge
ganz neu durchdenken
Kerstin Rühl, 45, zahlt seit einem Jahr in eine „Bildungsversicherung“ ein. Diese Vorsorgemaßnahme ermöglicht es ihr, mit 55 ein Jahr Auszeit von ihrem Beruf zu nehmen und sich ganz ihrem Hobby zu widmen, dem Schreiben von historischen Romanen. Ihr Nachbar, der Grundschullehrer Thomas Widmer, wird seine Bildungsversicherung dazu nutzen, um nach seiner Pensionierung sein eigenes Unternehmen zu gründen. Zukunftsmusik?
Nicht für den Zukunftsforscher Matthias Horx. Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) hat er erforscht, wie eine Altersvorsorge aussehen müsste, die den Bedürfnissen der zukünftigen Senioren (heute 21 Millionen 60-Jährige, 29 Millionen bis 2030) in einer anspruchsvollen und gesundheitsbewussten Wissensgesellschaft entspricht. Finanzielle Sicherheit im Alter ist demnach nicht das einzige Ziel der Menschen, die heute an ihr Alter denken. Anleger betrachten zunehmend auch ihre Bildung und ihre Gesundheit als eine Investition, die für die früh vorgesorgt werden muss, so das Ergebnis der Studie DIA-Studie „Zukunftstrends in der Altersvorsorge von morgen“.
Aus Sicht der Autoren wird sich die Finanzwirtschaft mit ihren Vorsorgeprodukten den häufigen Veränderungen in Lebenssituationen und Erwerbsleben anpassen müssen, statt nur mit althergebrachten Standardprodukten zu operieren. So werden ganzheitliche Lösungen von den Kunden gefordert, welche die finanzielle Vorsorge mit der Absicherung von Bildung, Gesundheit und Wohlergehen aus einer Hand ermöglichen. Dabei wird Bildung als lebenslanges Lernen zu einem vorrangigen Ziel auch der Vorsorge für den Einzelnen und die Gesellschaft – und somit Bildungsfinanzierung zu einer weiteren Kernaufgabe der Finanzwirtschaft. Neue Bildungssparverträge oder lebenslange Bildungsversicherungen (Finanzierung von Studium, Sabbatjahr oder Altersexistenzgründung) werden zu gefragten Investments. Gesundheit, körperliches und seelisches Wohlbefinden wird zur zusätzlichen Säule der Altersvorsorge. Gesundheitssparverträge, die körperliche Fitness und Gesundheitsservices absichern, werden das Angebot erweitern.
Die Studie hebt auch hervor, dass sich Lebensstil, Investitionsverhalten und Lebensziele älterer Menschen deutlich verändern. Sie sind weiterhin an Gesundheit und persönlichem Wohlbefinden orientiert, aber konsumfreudiger und offen für Neues. Sie wünschen sich ein ganzheitliches Zukunftsmanagement, das neben der klassischen Altersvorsorge Gesundheits- und Bildungsinvestitionen einschließt. Ebenso nach Meinung der Autoren Finanzierung von Reisen, aber auch Altersexistenzgründungen, Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und „kaufkraftoptimierte Wohnberatung“ für Auswanderer. „Diese Generation will vor allem den erreichten Wohlstand genießen statt Kapital zu binden und Vermögen zu vererben“, so Matt- hias Horx. Neue Entsparmodelle – etwa für vorhandene Immobilien – sind zukünftig gefragt.
Die aktuelle DIA-Studie „Zukunftstrends in der Altersvorsorge von morgen“ kann unter www.dia-vorsorge.de angefordert werden.

